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Daniel Hiller, Foto by Photonista - Sebastian Heeger | 08.05.2014

16. Mai CU-Arena Hamburg Trainer Oktay Urkal stellt Nuri Seferi auf Tyson-Stil ein

Kategorie: Profiboxen
Wenn Nuri Seferi am 16. Mai in Hamburg in den Ring steigt, steht für den Schweizer mit albanischen Wurzeln viel auf dem Spiel. Nur wenige Wochen nach seinem Sieg über Gusmyr Perdomo, steigt der 37Jährige nun gegen den 13 Jahre jüngeren Ungarn Tamas Lodi in den Ring. Lodi gilt als unbeschriebenes Blatt, konnte allerdings vor sechs Monaten in Finnland Janne Forsman ausknocken und damit den europäischen WBO-Titel holen. Das Video dieses Kampfes ist für Seferi die einzige Möglichkeit den Ungarn zu studieren.

Nuri Seferi vs. Gusmyr Perdomo

Foto: Nuri Seferi gegen Gusmyr Perdomo.

„Ich habe von meinem Gegner nur dieses Video gefunden, er wirkt körperlich stark“, so Seferi. „Dazu kommt, dass er sehr jung ist und alles versuchen wird  am 16. Mai zu gewinnen. Aber meine Vorbereitung war sehr gut. Obwohl ich so kurz hintereinander in den Ring steige, bin ich fit. Mein letzter Kampf hat mir sehr viel abverlangt, trotzdem bin ich recht schnell in die neue Vorbereitung hineingekommen. Das liegt vor allem an meinem Trainer Oktay Urkal. Man darf nicht vergessen, dass ich zuvor niemals einen Trainer hatte. All die Jahre  habe ich allein oder mit meinem Bruder Sefer trainiert. Erst jetzt kann ich mich professionell vorbereiten. Deshalb brenne ich auch auf den Rückkampf gegen Marco Huck. Er ist für mich der beste Boxer auf der Welt. Vor unserem ersten Kampf (2006) waren meine Voraussetzungen schlecht. Jetzt kann ich ihm einen gleichberechtigten Kampf liefern. Wahrscheinlich kommt schon Ende des Jahres der WM-Kampf gegen Huck. Natürlich darf bis dahin keiner von uns beiden verlieren.“ 

Auch Seferis Trainer Oktay Urkal glaubt an die Chance seines Boxers. „Nuri hatte anfänglich Probleme. Doch mittlerweile hat er sich gut eingelebt. In Hamburg haben wir ihn ein ganzes Stück vorangebracht. Er macht noch Fehler, fällt mit zu langen Schritten in den Gegner. Ich bringe ihm bei, wie Mike Tyson, mit vielen kleinen Schritten zum Angriff überzugehen. Mit 1,80 Metern ist er ein kleiner Cruisergewichtler.  Grundsätzlich kann man ihn nicht mehr verändern. Nuri ist ein Kämpfer, der mit viel Mut angreift. Aber an seiner Beweglichkeit und taktischen Verhalten im Ring kann ich noch eine Menge verändern. Es ist auch eine große Herausforderung. Mein eigener Stil als aktiver Boxer war ein ganz anderer. Aber Nuri ist ein spezieller Typ, der auch anders eingestellt werden muss. Manchmal nutze ich Tricks aus meiner eigenen Zeit. Als er am Mittwoch im Gym in den Ring stieg, habe ich, ohne mit ihm zu sprechen, die Rundenzahl im Sparring auf 10 erhöht. Ich hatte fünf starke Sparringspartner, jeder blieb nur zwei Runden gegen Nuri im Ring. Ich wollte wissen an welcher Stelle er konditionell einbricht. Doch der Junge hielt durch und konnte auch noch beim letzten Sparringspartner, in den Runden 9 und 10, mitschlagen. Das hat mir gut gefallen.  Den Kampf gegen Tamas Lodi muss er gewinnen. Wenn er sich seinen früheren WBO-Gürtel zurückholt, steht einer WM nichts mehr viel im Weg.“

 

 

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Foto Oktay Urkal und Bülent Baser.

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