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BOXEN HEUTE - Redaktion | 22.01.2016

Endlich Reform im Titel-Chaos! Die WBA mistet aus!

Kategorie: Boxen | Profiboxen
Die World Boxing Association (WBA) scheint sich endlich von dem Wahnsinn verabschieden zu wollen, in jeder Gewichtsklasse mindestens drei Weltmeister zu führen. Der neue WBA-Präsident Gilberto Mendoza jr. kündigte an, in einigen Gewichtsklassen kurzfristig für Ordnung zu sorgen.

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Seit einigen Jahren ist es Usus beim ältesten Profibox-Weltverband, neben dem "regulären Weltmeister" in jeder Gewichtsklasse auch einen "Super Champion" sowie einen "Interims-Weltmeister" zu führen. Der Status des "Super Champion" war ursprünglich eingeführt worden, um besonders verdienstvolle Boxer auszuzeichnen, die zum Beispiel die Titel mehrerer Verbände vereinen oder ihren WM-Gürtel mehr als zehn Mal verteidigt haben.

Ad absurdum führte die WBA ihre eigenen Regeln zuletzt vor allem in Deutschland, als Supermittelgewichts-Weltmeister Fedor Chudinov zum "Super Champion" befördert wurde, obwohl er mit einem Kampfrekord von 14 Siegen in 14 Kämpfen noch weit von besonderen Ehren entfernt erscheint. Doch offenbar schuldete die WBA sowohl Felix Sturm, der Ende Februar gegen Chudinov boxt, als auch dem Berliner Sauerland-Stall noch einen Gefallen oder wollte zumindest nicht zwischen die Fronten geraten.

Denn Sauerland forderte einen WM-Kampf für "Interims-Weltmeister" Vincent Feigenbutz. Um allen Parteien gerecht zu werden, wurde der Kampf zwischen Feigenbutz und dem Italiener Giovanni De Carolis kurzerhand zur "regulären Weltmeisterschaft" ernannt. Der Ausgang ist bekannt.

Nach dem Fiasko und dem anschließenden öffentlichen Aufschrei (auch, aber nicht nur in Deutschland) kündigt die WBA jetzt eine Kurskorrektur an. Im Schwergewicht will Mendoza jr. als erstes aufräumen. "Super Champion" Tyson Fury tritt bekanntermaßen zu einem Rematch gegen Wladimir Klitschko an. Der Sieger aus diesem Duell soll dann seinen Titel gegen "Interims-Weltmeister" Luis Ortiz pflichtverteidigen.

Parallel dazu bekommt es der "reguläre Weltmeister" Ruslan Chagaev am 5. März in Grozny mit seinem Pflichtherausforderer Lucas Browne zu tun. Der Sieger aus diesem Duell muss aufgrund eines US-Gerichtsbeschlusses als nächstes gegen den Puerto Ricaner Fres Oquendo ran, der erfolgreich einen Rückkampf gegen Chagaev eingeklagt hatte, dann aber verletzt passen musste.

Die jeweiligen Sieger aus Fury / Klitschko / Ortiz und Chagaev / Browne / Oquendo sollen dann im nächsten Jahr aufeinandertreffen, um herauszufinden, wer der "echte" WBA-Schwergewichts-Weltmeister ist.

Auch im Superwelter- bzw. Halbmittelgewicht soll es demnächst Kämpfe zwischen dem "regulären Weltmeister" Erislandy Lara und Interims-Champion Jack Culcay geben.

"Wir wollen die Titel reduzieren", sagte Mendoza laut ESPN. "Das wird einigen Promotern am Anfang nicht gefallen, aber letzten Endes werden sie damit leben müssen. Wir beschließen und machen das einfach."

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