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BOXEN HEUTE - Redaktion | 17.02.2016

Neustart für den "Käptn" Marco Huck feuert Trainer Mittermeier

Kategorie: Boxen | Profiboxen
In zehn Tagen will Marco Huck in seinem dritten Duell mit Ola Afolabi IBO-Weltmeister im Cruisergewicht werden. Dafür hat der 31-Jährige viel verändert: Neuer TV-Partner (RTL), neuer Promoter (er selbst), neuer Ausrüster (Under Armour) und jetzt - nicht mal zwei Wochen vor dem Kampf - auch noch schnell ein neuer Trainer. Ob das gut geht?

MarcoHuck

"Käptn" Huck war schon immer eher der unkonventionelle Typ. Er hat keine lange, erfolgreiche Amateurkarriere absolviert, bevor er 2004 zum Profiboxen kam. Wie sollte er auch? Schließlich gab er sein Profi-Debüt vier Tage vor seinem 20. Geburtstag. 

Zehn Jahre später, als er eigentlich alles erreicht hatte, von dem die allermeisten Boxer nur träumen können - er war eins der Aushängeschilder des größten deutschen Promoters Sauerland Event, regelmäßig im deutschen TV zu sehen und hatte seinen WBO-Weltmeister-Titel im Cruisergewicht 13 (!) mal erfolgreich verteidigt - trennte er sich plötzlich überraschend von seinem langjährigen Partner Sauerland, um es im wahrsten Sinne des Wortes "auf eigene Faust" zu versuchen.

Ähnlich wie vor ihm die Klitschkos und Felix Sturm träumte Huck vom großen Geld durch Selbstvermarktung. Doch der Weg zum Erfolg ist steil und steinig, wenn man keinen Promoter hat, der ihn ebnet. Das musste Huck schmerzhaft erfahren, als er im August letzten Jahres in den USA gegen den Polen Krysztof Glowacki in den Ring stieg - und in der elften Runde schwer KO ging. 

Auf dem harten Ringboden der Tatsachen angekommen, hatte Huck dann Glück, dass Wladimir Klitschko im November seine Schwergewichts-WM-Gürtelsammlung an Tyson Fury verlor. Auf einmal stand Klitschkos TV-Partner RTL ohne weltmeisterliches Produkt da. 

Nächste Woche Samstag - am 27. Februar - will Marco Huck seine große Chance beim Schopf packen und sich mit einem Sieg über Ola Afolabi (sowie einer guten Einschaltquote) bei RTL festboxen. Da er nach seiner Trennung von Sauerland nicht mehr auf die Dienste seines Weltmeister-Trainers Uli Wegner zurückgreifen kann, musste er sich dafür einen neuen Coach suchen. Der Stuttgarter Conny Mittermeier bereitete Huck wochenlang auf die Aufgabe gegen Afolabi vor. Bis jetzt!

Wie die BILD-Zeitung zuerst vermeldete und Huck dann anschließend in einer Pressemitteilung bestätigte, trennten sich die Wege von Huck und Mittermeier knapp zwei Wochen vor dem großen Kampf. "Ich schätze den Menschen und den Trainer Conni Mittermeier sehr. Er hat mich in den vergangenen Wochen hart rangenommen und in eine Top-Form gebracht. Dafür danke ich ihm sehr", ließ sich Huck in dem "Nachruf" auf seien Ex-Coach zitieren.

Statt Mittermeier soll der Berliner Varol Vekiloglu bei Huck in der Ecke stehen, der das gesamte Camp als Kraft- und Konditionstrainer begleitet hatte. Vekiloglu ist nur ein Jahr älter als Huck, war bis Ende 2014 selbst als Profi aktiv, konnte immerhin 21 seiner 30 Kämpfe gewinnen, erreichte dabei aber nie auch nur annähernd das Niveau des ehemaligen (und vielleicht bald neuen) Weltmeisters.

"Ich habe im Laufe der vielen Sparringsrunden immer deutlicher gespürt, dass Varol in Stresssituationen von außen besser an mich herankommt", so Huck weiter. "Um meine sportlichen Ziele so kurz vor dem Kampf nicht zu gefährden, musste ich deshalb jetzt eine Entscheidung für meine Betreuung am Kampfabend treffen." Ob diese Entscheidung die bestmögliche war, wird man am 27. Februar sehen. 

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