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BOXEN HEUTE - Redaktion | 08.07.2016

Vor Kampf gegen Lihaug am 16. Juli Abraham gibt sich kämpferisch

Kategorie: Boxen | Profiboxen
Arthur Abraham hat seinen Blick wieder nach vorne gerichtet. Nachdem er sich durch den Titelverlust im April nur noch Ex-Weltmeister nennen kann, ist Abraham jetzt für einen neuen Anlauf auf den WM-Titel bereit. Am 16. Juli muss dabei zunächst Norwegens bester Boxer Tim-Robin Lihaug aus dem Weg geräumt werden. Wie der 36-jährige Abraham seinen 13 Jahre jüngeren Gegner einschätzt und auf was er zum Thema „Vaterfreuden" zu sagen hat, kann man hier im Interview nachlesen.

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Herr Abraham, ist Tim-Robin Lihaug die Endstation Ihrer Karriere?

Arthur Abraham: Er ist ein aufstrebendes Talent, jemand der sich noch beweisen muss und der vielleicht eine große Zukunft vor sich hat. Im Ring wird Lihaug von mir lernen, wie er mit Rückschlägen umgehen muss - ein Sieg gegen mich ist nämlich nicht für ihn drin.

Dabei bringt der Norweger ähnliche Attribute, wie Ihr Bezwinger Gilberto Ramirez, mit sich - Lihaug ist deutlich größer und um einiges jünger als Sie ...

Arthur Abraham: ... und ich werde beweisen, dass ich solche Leute schlagen kann. Gegen Ramirez hatte ich einen rabenschwarzen Tag, an dem nichts bei mir zusammenlief. Aus gewissen Dingen, die in Las Vegas einfach nicht gepasst haben, habe ich zudem meine Lehren gezogen. Solch einen Auftritt wird man nicht noch einmal von mir sehen.

Sie machten ja zum Beispiel direkt nach dem Kampf im April Ihren Trainer für das Geschehene verantwortlich ...

Arthur Abraham: Was mir im Nachhinein sehr leid tut. Wir haben uns nach meiner Rückkehr ins Training sofort ausgesprochen. Herr Wegner ist nicht nur ein toller Trainer, sondern ein großartiger Mensch. Der Coach hat Recht, wenn er sagt: „Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam."

Der Sieg schmeckt allerdings besser als die Niederlage, vor allem in Berlin, wo Sie noch nie verloren haben ...

Arthur Abraham: ... was garantiert auch in Zukunft so bleiben wird! Hier habe ich die volle Unterstützung, im Gegensatz zu den USA, wo die Leute nur auf einen Ausrutscher von mir gewartet haben - so kam es mir jedenfalls vor. Die Fans in der Max-Schmeling-Halle werden ihren Teil dazu beitragen, dass ich am 16. Juli siege!

Selbst vom gegnerischen Lager werden Sie verehrt. Ihr Gegner hatte einst sogar ein Plakat von Ihnen an der Wand seines Kinderzimmers hängen ...

Arthur Abraham: Jetzt fühle ich mich doch ein wenig alt (lacht). So etwas schmeichelt mir allerdings auch - zu wissen, dass man junge Menschen antreibt, etwas aus ihrem Leben zu machen. Doch im Ring werde ich das alles ausblenden. Solange der Kampf läuft, sollte Lihaug daher kein Mitgefühl von mir erwarten.

Thema Gefühle: Sie werden demnächst Vater. Wie groß ist die Freude darauf?

Arthur Abraham: Die wird immer größer. Ich telefoniere jeden Tag aus dem Trainingslager mit meiner Mary, um zu horchen, wie es ihr und dem Kind geht. Richtig realisieren werde ich das aber mit Sicherheit erst, wenn die Geburt ansteht.

Von Boxern, wie den Klitschkos hört man, dass die Vaterschaft noch einmal einen Extra-Schub im Ring - ja, sogar eine höhere Schlagkraft - mit sich bringt. Glauben Sie das ebenfalls?

Arthur Abraham: Ich würde es mir wünschen. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Fans. Denn vorzeitige Siege sind immer noch die schönsten. Und vielleicht klappt es ja auch schon am 16. Juli als Papa in spe.

Im Hauptkampf des Abends hat Tyron Zeuge gegen WBA-Champion Giovanni De Carolis die Chance jüngster deutscher Box-Weltmeister zu werden. Tickets (bereits ab 20 Euro) für die Kampf-Nacht am 16. Juli in der Berliner Max-Schmeling-Halle sind im Internet bei www.tickethall.de und www.eventim.de sowie unter der telefonischen Ticket-Hotline 01806-570044 erhältlich.

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